Bad Cannstatt und natürlich auch Stuttgart haben viele Geschichten zu erzählen – und mit Klaus Jansen einen Autor, der sie mit feinem Gespür für Sprache, Ton und Pointe lebendig werden lässt. Sein Buch Tempelmopsgeschichten versammelt Erzählungen, die weit mehr sind als heitere Anekdoten: Sie öffnen einen liebevollen Blick auf Menschen, Eigenheiten und Situationen, wie sie nur das Leben selbst hervorbringen kann.
Das Buch ist in Galerie Keim, Spielwaren Glaser sowie im Stadtmuseum Bad Cannstatt erhältlich. Die Tempelmopsgeschichten sind als gebundene Hardcover-Ausgabe mit 128 Seiten zum Preis von 19,80 Euro auf dem Markt.
Schon der Titel macht neugierig. Was genau eine „Tempelmopsgeschichte“ ist, erschließt sich nicht auf den ersten Blick – und gerade darin liegt ein Teil des Reizes. Jansen lädt seine Leserinnen und Leser ein, sich überraschen zu lassen, zwischen Wahrheit und Erfindung hin und her zu überlegen und dabei den eigenen Sinn für Beobachtung und Urteilskraft zu schärfen. In Zeiten, in denen Behauptungen oft schneller verbreitet als geprüft werden, wirkt dieses spielerische Nachdenken über Wirklichkeit und Fiktion angenehm zeitgemäß.
Der Autor ist Geschichtenerzähler und Musiker, und beides ist seinen Texten anzumerken. Die Erzählungen besitzen Rhythmus, Wärme und eine besondere Nähe zum mündlichen Vortrag. Man kann sich gut vorstellen, wie sie in geselliger Runde erzählt werden: mit leiser Ironie, schwäbischer Bodenhaftung und einem Augenzwinkern, das nie auf Kosten der Figuren geht. Jansen zeichnet seine Charaktere so anschaulich, dass sie vertraut wirken – als könne man ihnen auf der Straße, im Vereinsheim oder am Seeufer begegnen.
Eine besondere Stärke der Buchausgabe liegt in der Verbindung verschiedener künstlerischer Ebenen. Die Illustrationen von Tobias Kammerer bereichern die Texte nicht nur dekorativ, sondern vertiefen Atmosphäre und Stimmung. Sie geben den Geschichten einen zusätzlichen visuellen Resonanzraum und machen das Buch zu einem liebevoll gestalteten Erlebnis. Ergänzt durch die musikalische Komponente entsteht ein Zusammenspiel von Text, Bild und Klang, das den Erzählungen eine eigene, unverwechselbare Farbe verleiht.
Tempelmopsgeschichten ist damit ein Buch für Leserinnen und Leser, die Freude an pointierten Beobachtungen, regionalem Kolorit und erzählerischer Fabulierlust haben. Es richtet sich keineswegs nur an ein Publikum aus Bad Cannstatt, auch wenn die Verwurzelung in der schwäbischen Lebenswelt deutlich spürbar ist. Gerade diese lokale Prägung macht den Reiz aus: Aus dem Besonderen entsteht etwas Allgemeines, aus der kleinen Geschichte ein Anlass zum Schmunzeln und Nachdenken.
Diese Sammlung ist eine warmherzige Empfehlung für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben möchten. Klaus Jansen gelingt es, Unterhaltung, Nachdenklichkeit und Lebensnähe miteinander zu verbinden. Wer sich auf die Tempelmopsgeschichten einlässt, wird mit einem Buch belohnt, das Humor besitzt, Haltung zeigt und noch lange nachklingt.
Zur besonderen Wirkung der Ausgabe tragen auch die Illustrationen von Tobias Kammerer bei. Der 1968 in Rottweil geborene Künstler verbindet handwerkliche Ausbildung und akademische Prägung: Nach einer Malerlehre in Wien besuchte er die Malerschule im Schloss Leesdorf bei Baden, bevor er über eine Talentprüfung an die Akademie der Bildenden Künste Wien kam. Dort studierte er ab 1986 freie Malerei bei Arik Brauer und Josef Mikl, arbeitete später in der Meisterklasse für Architektur bei Gustav Peichl und schloss als Magister Artium ab. Ein weiteres Studium der Bildhauerei bei Bruno Gironcoli folgte 1992/93. Seit seiner Rückkehr nach Rottweil prägt Kammerer mit seinem vielseitigen künstlerischen Blick auch regionale Kulturprojekte – den Tempelmopsgeschichten gibt er eine bildnerische Ebene, die den Ton der Texte stimmig aufnimmt.
Das Buch ist in Galerie Keim, Spielwaren Glaser sowie im Stadtmuseum Bad Cannstatt erhältlich. Die Tempelmopsgeschichten sind als gebundene Hardcover-Ausgabe mit 128 Seiten zum Preis von 19,80 Euro auf dem Markt.
