Wir im Hallschlag

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Wall statt Hall of Fame

Urbane Kunst
an der Haltestelle Züricher Straße

Im Rahmen des PFFFestival suchte das Studio Vierkant – ein multidisziplinäres Design Studio mit Sitz am Nordbahnhof – Wände für Graffiti-Kunstwerke, die sie in Eigenregie verwalten dürfen. PFFFFFF ist das Geräusch, das die Spraydosen beim Sprühen von sich geben. Die gängigen legalen Graffiti-Flächen, sogenannte Halls of Fame (z.B. Haltestelle Mercedesstraße/Wasen), werden in kürzester Zeit wieder übermalt. Daher ist es sehr schade diese „Ausnahmekünstler*innen“ des Festivals an solche Flächen mitzunehmen. In Stuttgart sind so schon große Projekte an Hausfassaden entstanden. Surft über den Link des PFFFestival auf der rechten Seite durch die Mural-City Stuttgart. 

Das Tiefbauamt als Eigentümer der Wände an der Haltestelle Züricher Straße und der Ortsvorsteher Herr Löffler waren dem Gesuch, die Wände bunt zu gestalten, gegenüber sehr aufgeschlossen.

Bisher haben der französische Künstler Moner sowie der malaysische Künstler Cloak in Zusammenarbeit mit dem Studio Vierkant jeweils ein Werk hinterlassen. Außerdem sind Arbeiten der Stuttgarter Sprüher Horst und Kosmik zu sehen. Weiterführende Links finden sich auf der rechten Seite.

Namenszug des Künstlers und seiner Familie

Manches erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Was erkennt man beim Betrachten des Graffitis. Die meisten erklennen es wohl erst auf den zweiten oder gar dritten Blick : Der Name des Künstlers HORST. So heißt er nicht wirklich. Den Künstlernamen hat er sich erst gegeben. Hört dazu in den Podcast. Die Idee, mit einem Schimpfwort, einem „Scheißnamen“, bewußt deutschen Namen, tolle Bilder zu malen fande er cool. Seine Kinder und seine Ehefrau hat er auf dem Bild ebenfalls mit verewigt.

Geheimbotschaft: Buy your ticket - enjoy the ride

So steht es an der Wand an der U12-Haltestelle Züricher Straße.
Auf den ersten Blick wirkt es wie eine freundliche Bitte der VVS/SSB: Bitte fahrt nicht schwarz!

Comic-Stil, klar, bunt, etwas plakativer Charme.
Aber: Es ist keine offizielle Auftragsarbeit der VVS/SSB.
Die Künstler:innen zitieren Hunter S. Thompson, „Fear and Loathing in Las Vegas“ (1971). Mit „enjoy the ride“ ist dort ein Drogentrip gemeint, kein Fahrschein.

No sympathy for the devil; keep that in mind. Buy the ticket, take the ride…and if it occasionally gets a little heavier than what you had in mind, well…maybe chalk it off to forced conscious expansion: Tune in, freak out, get beaten. Hunter S. Thompson

 

„Wenn ich heute an der Haltestelle vorbeifahre, muss ich schmunzeln“, gesteht Pfarrer Til Bauer von der Steiggemieinde , der sich im Studio Vierkant über dieses Graffiti (oder ist es doch ein Mural) kundig gemacht hat.

„Ja, ich habe einen gültigen Fahrschein; ja, die 1970er sind erstaunlich lebendig. Und: Ich lasse mich gerne daran erinnern, meine Fahrt durchs Leben heute zu genießen.“, meint Til Bauer.

Graffiti oder Mural - was ist der Unterschied

Aspekt

Graffiti

Mural

Hauptfokus

Schrift, Name, Tags, Styles.

Bildhafte Szenen, Figuren, Narrative

Legalität

Häufig ohne Genehmigung,
daher illegal

Meist genehmigt,
oft Auftragskunst.

Funktion

Selbstausdruck,
Reviermarkierung, Protest.

Aufwertung des
Stadtraums,
Vermittlung von Themen

Rezeption

Spannend, aber oft als
Vandalismus gelesen.

Breiter akzeptiert,
institutionell gefördert.

Die Bemalung ist tatsächlich jedes Mal mit einigem Aufwand verbunden, da die Wand im Vorfeld zunächst mit einer Drahtbürste gesäubert und anschließend mit Tiefengrund vorbereitet werden muss, bevor sie besprüht werden kann.

Wie geht's weiter?

Im Juni sind weitere Projekte an der Wand geplant. Abonniere Wir-im-Hallschlag (WhatsApp,Instagram,Facebook unten im Footer) und bleib auf dem Laufenden. 
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